Unser Trinkwasser – ein extrem überteuertes Luxusgut? Daten und Fakten

Unser Trinkwasser – ein extrem überteuertes Luxusgut? Daten und Fakten

1. Wieviel kostet uns das Trinkwasser im Jahr?

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) führt jährlich deutschlandweite statistische Erhebungen – u. a. auch zu Trinkwasserpreisen und -verbräuchen – durch. Der mittlere Trinkwasserpreis für Haushaltskunden in Deutschland (incl. Grundpreis und Umsatzsteuer) betrug per 1. Januar 2014 lt. BDEW-Wassertarifstatistik 1,95 €/m³. Vergleicht man diesen Wert mit dem von 2005 bis 2015 stabil gebliebenen Preis beim WZV Weimar (2005 bis 2015: Mengenpreis incl. 7 % USt. 1,72 €/m³, Grundpreis incl. 7 % USt. für den „kleinsten“ Wasserzähler 14,45 €/Monat, mittlerer Preis für Haushalte [incl. Grundpreis und Umsatzsteuer] in 2014 3,02 €/m³), so scheint der WZV Weimar auf den ersten Blick ein extrem teurer Versorger zu sein: Der Preis liegt um fast 55 % über dem Bundesdurchschnitt – das riecht doch förmlich nach Misswirtschaft und Skandal! Doch die Vermutung trügt:
Der Durchschnitts-Bundesbürger bezieht derzeit täglich rd. 122 Liter Trinkwasser 1), somit rd. 44,5 m³/Jahr. Bei einem mittleren Preis von 1,95 €/m³ gibt er also im Jahr rd. 87 € für sein Trinkwasser aus.
Im Versorgungsgebiet des WZV Weimar beträgt der mittlere tägliche Trinkwasserbezug eines Bürgers hingegen lediglich 85 Liter, somit rd. 31 m³/Jahr. Bei einem Preis von i. M. 3,02 €/m³ ergibt sich eine „Belastung“ des Durchschnittsbürgers unserer Region von rd. 95 €/Jahr – der Unterschied zur Jahresbelastung des „Durchschnitts-Bundesbürgers“ beträgt also weniger als 10 %! Die Ursachen für diese leicht über dem Deutschland-Mittelwert liegenden Jahreskosten liegen in standortspezifischen Faktoren, die der WZV Weimar überhaupt nicht beeinflussen kann, und in den Erblasten der Geschichte Ostdeutschlands, die sich nur langfristig abbauen lassen:

  • geringe Besiedelungsdichte (dadurch vergleichsweise hohe zu unterhaltende Rohrnetzlänge pro Einwohner),
  • versorgungstechnisch ungünstige – aber dafür landschaftlich außerordentlich reizvolle – topographische Situation (hoher Energiebedarf für das Pumpen des Trinkwassers in höher gelegene Teile des Versorgungsgebietes, Betrieb einer Vielzahl von Zwischenpumpwerken, Druckerhöhungsanlagen und Hochbehältern zur mengen- und druckstabilen Versorgung) sowie
  • auch